Wintergolf: 10 Tipps für die kalte Jahreszeit

Was man alles beim Wintergolf beachten sollte?

Regen, Schnee, Matsch und vereiste Abschläge. Viele Golfer schicken im Winter ihre Schläger in den Winterschlaf. Dabei gibt es Alternativen, um aktiv zu bleiben. Wer sich trotz der Witterung auf den Platz wagt, kann außerdem wichtige Erfahrungen sammeln. Wir fassen zusammen, was beim Wintergolf zu beachten ist und was auf jeden Fall in das Bag gehört.

Der Gang auf den Golfplatz wird im Winter für viele zu einer Herausforderung. Das Fitness-Studio ist eine Alternative für alle, die sich Wind und Wetter partout nicht aussetzen möchten. Konditionstraining, Muskelaufbau, Dehnen oder das Stärken der Rumpfstabilität sind nur einige Dinge, die zur Wintermission werden können. Beim Besuch der clubeigenen Fitness-Studios geben auch die Trainer gerne Auskunft zu spezifischen Golf-Übungen.

Für das Training zuhause sind Trainingstools, die extra für das Golfspiel entwickelt wurden,eine weitere Möglichkeit, um nicht aus der Übung zu kommen. Alexej Kipke, Golf-Pro im Wendelinus Golfclub in St. Wendel, empfiehlt zum Beispiel das Üben mit einem Schwung-Trainer.

„Am besten man übt mit den Tools zehn bis fünfzehn Minuten jeden Tag“

betont Kipke

Dies sind Stangen, die in der Regel aus Graphit bestehen und ein Gewicht (in Form einer Kugel oder eines Metallstücks) haben. Damit imitieren sie den Trägheitseffekt des Golfschlägers und sind hervorragend dafür geeignet, am Schwung zu feilen.

Mit Speed Sticks kann man die eigene Schlägerkopfgeschwindigkeit verbessern. Sie sind ebenfalls mit Gewichten versehen und in verschiedenen Schweregraden erhältlich.

Außerdem könne man sich auch eine Putting-Matte kaufen, um im Winter etwas für sein Golfspiel zu tun, gibt er als Tipp.

Und wenn man auch im Winter auf den Platz möchte? Dann ist Aufwärmen, ob mit einem Tool im Club oder auf der Driving Range, Pflicht, betont der St. Wendler Golf Pro. Denn im Winter steigt mit der Kälte die Verletzungsgefahr, schnell hat man sich etwas gezerrt, weil Muskeln und Sehnen nicht genügend erwärmt waren.

10 Wintergolf-Tipps

Was man alles beim Wintergolf beachten sollte? Das verraten unsere 10 Tipps für das Wintergolfspiel und unsere Bag-Checkliste.

Tipp 1 – Kleidung in Schichten

Es ist einleuchtend und im Winter doch gar nicht so einfach: Wenn die Temperaturen fallen, ist es beim Golfspiel sehr wichtig, sich warm zu halten! Das ist vor allem herausfordernd, wenn sich das Spiel verzögert. Ein Phänomen, das wir alle kennen – oft gehört zum Golf nämlich auch das Warten, entweder auf die eigenen Mitspieler, auf Spieler, die ihren Ball suchen, oder auf das Durchspielen eines vorherigen Flights.

Warme Kleidung ist beim Wintergolf deshalb das A und O. Zur dicken Winterjacke zu greifen, ist aber nicht zu empfehlen. Denn sie kann den Schwung und damit einen guten Treffmoment des Balls verhindern. Bei der richtigen Kleidung im Wintergolf gilt daher das Schichten-Prinzip: Es werden mehrere Schichten von leichter Thermo-Kleidung getragen, die Wärme besonders gut speichert.

Top-Tipps um warm zu bleiben:

  • Tragen Sie Funktionsunterwäsche und Baselayer (enganliegende, langärmelige Oberteile) als Basis.
  • Darüber ein oder sogar zwei Midlayer oder einen Pullover.
  • Zum Abschluss – je nach Wetterlage – eine Weste oder eine regenfeste Jacke. Diese Schichtungen haben den Vorteil, dass man eine Schicht, wenn nötig, auch mal ablegen kann.
  • Für die Beine sind wasserabweisende Thermohosen empfehlenswert.
  • Wichtig ist es auch, Kopf und Hals zu schützen, denn nichts ist unangenehmer als ein eisiger Wind, der um die Ohren pustet oder in den Kragen fährt. Am besten greift man zu einer Mütze, welche die Ohren bedeckt (eher als zum Cap).
  • Tragen Sie einen Snood – einen enganliegenden Schlauchschal, der warm hält und beim Schwung nicht verrutscht oder durch lose Enden behindern kann.

Tipp 2 – Hände und Füße warmhalten

Ohne warme Hände ist ein gutes Golfspiel unmöglich, denn nur sie können den Schläger auch optimal greifen. Wasserabweisende Golfhandschuhe sind deshalb im Wintergolf unverzichtbar. Wer auf Nummer Sicher gehen will, hat ein Extra-Paar dabei, falls das erste durchnässt wird.

Neben Spielhandschuhen sind auch extrawarme, dicke Handschuhe, Fäustlinge oder Handwärmer für das Warten zwischendurch sinnvoll.

Außerdem sind warme und wasserfeste Schuhe ein Muss, idealerweise mit einem guten Profil und einer Höhe bis zum Knöchel. Schließlich ist der Golfplatz im Winter oft eisig, matschig oder mit Schnee bedeckt. Warme und trockene Füße sind da nicht nur für das eigene Wohl und die Gesundheit notwendig, sondern auch für einen sicheren, festen Stand.


Tipp 3 – Intensives Aufwärmen

Bei kalten Außentemperaturen ist ein gründliches Aufwärmen vor dem Wintergolf unverzichtbar. Man kann mit leichten Kraftübungen beginnen, langsam die Intensität steigern und Dehnungen und Rotationen einfügen. Dies kann zuhause, auch mit entsprechenden Trainingstools,im Fitnessbereich des Clubs oder auf der Driving Range ausgeführt werden – zu bevorzugen sind jedoch Innenräume.

Auf jeden Fall sollte das höhere Verletzungsrisiko nicht unterschätzt werden. Denn ohne das Aufwärmen und Dehnen sind unsere Muskeln, Sehnen und Gelenke im Winter weniger durchblutet und damit auch weniger geschmeidig in der Bewegung. Dies erhöht das Risiko einer Zerrung oder anderer Verletzungen erheblich.

Außerdem kann generell der Golfschwung mit einem aufgewärmten Körper viel reibungsloser ausgeführt werden.


Tipp 4 – Tragen statt Trolley

Noch ein kleiner Kniff, um warm zu bleiben: Lassen Sie den Trolley und das Cart links liegen und tragen Sie Ihr Golfbag. Denn das Tragen des Bags bietet den Vorteil, dass der Körper durch die Anstrengung auch zwischen den Abschlägen schön warmgehalten wird.

Ein Tipp für alle, die es sich nicht ganz so schwer machen möchten: Manche Hersteller bieten schmalere, leichtere und natürlich wasserfeste Winter-Golfbags an, die gezielt für den Einsatz im Winter gestaltet sind.


Tipp 5 – Schutz vor Regen und Nässe

Ein Regenguss ist für Golfspieler zu jeder Jahreszeit unangenehm, doch im Winter bei Minusgraden wird Nässe auch schnell zum Gesundheitsrisiko. Schließlich kühlt ein nasser Körper noch schneller aus, vom unangenehmen Gefühl ganz zu schweigen. Deshalb ist wasserabweisende Kleidung ein Muss – am besten man trägt eine regenfeste Hose und eine Regenjacke (oder man hat diese im Bag zumindest dabei).

Auch ein Regenhut sollte eingesteckt werden sowie ein Regenschirm, den man idealerweise am Bag befestigen kann. So sind auch Bag und Schläger vor Nässe geschützt – ein wichtiges Detail, da nasse Schlägergriffe im Winter schnell zu einer Eisschicht und einem schlechteren Gripp führen. Auch die Regenabdeckung des Bags sollte deshalb beim winterlichen Golfplatzbesuch stets mit dabei sein.


Tipp 6 – Extra-Handtuch mitnehmen

Im Winter ist es oft feucht, der Boden matschig, Bälle und Schläger sind schneller beschmutzt und müssen öfter gereinigt werden. Auch Nieselregen oder Schnee können zu unangenehmen Begleitern werden und die Ausrüstung benetzen. Dabei ist es besonders wichtig, auf trockene Griffe zu achten, damit der Schläger auch fest und sicher in der Hand liegt.

In das Winter-Golfbag sollte deshalb mehr als nur ein Handtuch eingepackt werden, denn schnell ist eins durch Matsch, Regen oder Eis völlig durchnässt. Ein bis zwei kleinere Extra-Handtücher im Bag sollten daher in einem Fach, in dem sie trocken bleiben, oder in einem verschließbaren Beutel eingesteckt werden.


Tipp 7Golfbälle wechseln

Wo schon von Golfbällen die Rede ist: Diese sollten nicht nur sauber gehalten werden, auch ihre Auswahl ist im Wintergolf zu beachten. Zum einen ist es vorteilhaft, im Winter bunte Golfbälle zu verwenden. Denn auf winterlich vereisten Plätzen und vor dem oft weißen Winterhimmel sind weiße Bälle viel schlechter zu sehen.

Außerdem spielt der Härtegrad der Golfbälle im Winter eine Rolle, weil durch die kälteren Temperaturen die Beschaffenheit des Balls beeinflusst wird. Am besten man greift zu Golfbällen mit weicherem Kern, da sie auch an kalten Tagen leichter vom Schläger weggehen. Als Spezialist für weiche und explosionsreiche Ballkerne gilt der japanische Gummispezialist Bridgestone.


Tipp 8 – Schlägerwahl und -aufbewahrung bedenken

Wundern Sie sich nicht, wenn im Winter Ihre Bälle nicht so weit fliegen wie gewohnt, dies hängt zum einen mit der feuchteren und somit „dickeren“ Luft zusammen, die den Ball bremst. Doch auch Wind und Regen können Widerstände bilden. Außerdem verändern Schaft und Golfball durch die niedrigeren Temperaturen ihre Beschaffenheit (sie werden härter). All das trägt zu einer geringeren Flugweite bei.

Im Winter werden Ihre Bälle außerdem ein kürzeres Rollverhalten wegen des oft matschigen oder schneebedeckten Bodens zeigen. Auch dies wirkt sich natürlich auf Ihre Schlägerwahl aus.

Tipps rund um die Schläger:

  • Greifen Sie zu einem Eisen ein bis zwei Nummern höher als sonst, um längere Weiten (Carry) zu erzielen.
  • Dasselbe gilt für die Wedges – kalkulieren Sie mit ein, dass der Ball nur sehr wenig oder gar kein Rollverhalten zeigen wird und wählen Sie Ihr Wedge entsprechend.
  • Um die verlorene Weite im Abschlag auszugleichen, kann es sich außerdem lohnen, den Loft des Drivers zu erhöhen, etwa von 10,5 Grad auf 12,5 Grad (dies ist mit dem Stellschlüssel möglich).
  • Extra-Tipp: Wer trotz vereister Böden, in die kein Tee gesteckt werden kann, nicht vom Boden mit dem Driver abschlagen möchte, nimmt Winter-Tees mit auf den Platz.
  • Auch die Aufbewahrung der Schläger muss im Winter gut durchdacht sein: So sollte man das Bag mit Schlägern nicht über längere Zeit im Kofferraum lagern. Durch die extremen Temperaturen können nicht nur die Griffe, sondern auch die Golfbälle Schaden nehmen. Außerdem kann Feuchtigkeit im Auto Rost an den Schlägern begünstigen.

Tipp 9 – Winter-Regeln kennen und beachten

Beim Wintergolf gibt es einige Spielregeln, die sich vor allem auf die ungünstigeren Platzverhältnisse durch nassen und matschigen Boden beziehen und das Spiel ein wenig erleichtern sollen. Viele Clubs informieren außerdem auf ihren Webseiten über den allgemeinen Spielbetrieb im Winter – etwa darüber, ob die Grüns betreten werden dürfen oder ob es Winter-Grüns und Winter-Abschläge gibt, um den Rasen zu schonen.

Bei Turnieren sollte unbedingt bei der Spielleitung die genaue Auslegung der Winter-Regeln erfragt werden. Denn laut DGV gelten solche Regelungen als Platzregeln für außergewöhnliche Umstände (dazu zählt auch die Witterung). Die Winter-Regeln werden somit individuell von einem Club formuliert.

Exkurs: Die wichtigsten Winter-Regeln bei GOLF absolute auf einen Blick


Exkurs: Ball reinigen und besser legen

Nach dieser Winter-Regel darf man seinen Ball auf kurz gemähten Flächen aufnehmen, ihn vom Schlamm reinigen und besser platzieren, doch nur in einem Radius von etwa fünfzehn Zentimetern und nicht näher zum Loch sowie nicht auf ein Grün. Dabei muss die Ballposition natürlich vor dem Aufnehmen korrekt markiert werden.


Exkurs: Eingebohrten Ball aufnehmen und droppen

Laut den offiziellen Golfregeln ist Erleichterung bei einem eingebohrten Ball generell bei einer Beeinträchtigung durch ungewöhnliche Platzverhältnisse möglich. Ungewöhnliche Platzverhältnisse können bspw. zeitweiliges Wasser sein, auf welches man in den Wintermonaten weit häufiger trifft als im Sommer. D.h. der Spieler kann dann seinen Ball aus dem Einschlagloch aufnehmen, säubern und straflos droppen. Hier gilt auch, dass wenn durch zeitweiliges Wasser die Standposition beeinträchtigt wird (etwa weil Wasser unter den eigenen Füßen aus dem Boden austritt), der Ball markiert und innerhalb von einer Schlägerlänge beim nächstmöglichen, spielbaren Punkt nicht näher zur Fahne gedroppt werden darf.


Exkurs: Umgang mit Schnee

Schnee gilt laut den offiziellen Golfregeln als loser hinderlicher Naturstoff (Regel 23-1) oder zeitweiliges Wasser (Regel 25-1). Die Entscheidung liegt beim Spieler, welche Erleichterung er in Anspruch nehmen möchte: Er kann den Schnee wie einen Naturstoff entfernen, jedoch ohne den Ball zu bewegen (sonst gibt es einen Strafschlag) – oder der Ball wird wie oben erwähnt aufgenommen und im Erleichterungsbereich gedroppt.

Wie verhalte ich mich also richtig, wenn noch 30 Sekunden zwischen Blitz und Donner liegen und das Gewitter somit ca. 10 Kilometer entfernt ist:

  • Begib´ dich sofort und zügig ins Clubhaus, sofern dieses zeitnah erreichbar ist. Andernfalls sollte die nächstgelegene Blitzschutzhütte aufgesucht werden.  Blitzschutzhütten haben eine Fangeinrichtung auf der höchsten Stelle der Hütte und bieten einen guten Schutz vor einem Unwetter mit Blitz & Donner. Sie sind in jeder Scorekarte eingezeichnet.
  • Lass´ dein Golfbag, deine Golfschläger und deinen Trolley zurück. Halte Abstand zu anderen, gehe einzeln – nicht in der Gruppe – und berühre deine Spielpartner nicht.
  • Halte beim Gehen mindestens 10 m Abstand zu Bäumen, Baumgruppen und meide Erhebungen, wie z.B. Hügelkuppen und auf jeden Fall auch die Nähe zu Hochspannungsmasten. Berühre keine Schutz-/Fangzäune oder Stangen

Liegen noch 3 Sekunden zwischen Blitz und Donner, ist das Gewitter in unmittelbarer Nähe und es droht erhöhte Gefahr, durch einen Blitzeinschlag verletzt zu werden. Was nun?

  • Zögere nicht und gehe in die Hocke, mach´ dich so klein wie möglich, halte die Arme und Beine möglichst eng am Körper. Nimm‘ die sogenannte Gewitter- Schutzhaltung ein. Wenn möglich, am besten in einer Mulde (Tipp: auch Sandbunker können geeignet sein).
  • Halte dabei mindestens 3 Meter Abstand von anderen Personen und allen metallischen Gegenständen wie Golfschläger, dem Golfbag, dem Golf Trolley etc.

Tipp 10 – Snacks und warme Getränke

Last but not least: Beim Wintergolf verbraucht unser Körper aufgrund der kalten Temperaturen mehr Energie, außerdem kann die Kälte auszehrend wirken. Umso wichtiger ist es, auf ausreichend Essen und Trinken zu achten, damit nicht zu schnell Erschöpfungsgefühle auftreten.

Zu empfehlen sind kleine, energiereiche Snacks wie Nüsse oder Proteinriegel, sicher und trocken verpackt, zum Beispiel in verschließbaren Gefrierbeuteln. Warme Getränke wie Tee bieten den Vorteil, den Körper von Innen zu wärmen – und das lieber ohne den verführerischen Schuss Alkohol. Denn trotz seiner kurzfristig wärmenden Wirkung im Hals, führt Alkohol (neben einem Nachlassen der Koordinationsfähigkeit) zu einer Verengung der Blutgefäße.

Außerdem von Nachteil ist ganz klar die benebelnde Wirkung des Alkohols, denn eins gilt im Wintergolf natürlich wie im Sommer: Ein faires und sicheres Spiel für alle – mit dem positiven Nebeneffekt, im Frühjahr mit den neuen Erfahrungen glänzen zu können.


Unsere Checkliste:

Was gehört in das Winter-Bag?


Autorin: Sabine Biskup, Freie Redakteurin

www.sabinebiskup.com

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