Golfturniere – so vielseitig wie der Sport selbst!

Die Golfsaison ist im vollen Gange und mit ihr die Zeit für Turniere. Doch viele Golfspieler scheuen eine Teilnahme oder wissen nicht, welche Spielart für sie überhaupt geeignet ist. Fakt ist: Der Golfsport ist unglaublich vielseitig und kann durch die verschiedenen Turnierarten für Abwechslung und Spielfreude sorgen – man muss sich nur trauen!

Wer kennt das nicht: Man packt seine Golfschläger ein und fährt zur Routine-Runde mit Freunden auf denselben Platz. Solche Erlebnisse sind für viele Golfspieler liebgewonnene Gewohnheiten, die sie nur selten durchbrechen. Doch wieso nicht mal an einem Turnier teilnehmen?

Jeder Golfclub bieten zur neuen Saison einen Turnierkalender mit unterschiedlichen Turnierarten an, die für verschiedene Spielniveaus geeignet sind – so ist es auch bei GOLF absolute. Ein Blick in den Turnierkalender – und über den „Tellerrand“ der eigenen Spielroutine hinaus – lohnt sich also!

Ob Einsteiger oder Single-Handicapper, Teamplayer oder Einzelkämpfer, gesellig oder ehrgeizig – für jede Persönlichkeit und jedes Niveau gibt es das passende Spielformat. Wer den Mut hat, sich darauf einzulassen, wird schnell feststellen, dass man so nicht nur in Kontakt mit neuen Leuten kommt – das Verlassen der eigenen Komfortzone ist auch ein aufregendes Erlebnis!

Im Folgenden stellen wir einige populäre Spiel- und Turnierarten des Golfsports vor und erklären, für wen sie besonders geeignet sind:

Die Turnierarten

TURNIERART 1: Zählspiel (Stroke Play)

Was ist das?

Das Strokeplay (Zählspiel) ist die klassische Spielform im Golf, bei der alle Schläge eines Spielers über die gesamte Runde hinweg gezählt und addiert werden. Gewonnen hat, wer am Ende die wenigsten Schläge benötigt hat. Weil jeder Schlag zählt, sind hier Konstanz und Konzentration entscheidend.

Geeignet für:

Diese Form ist besonders für Fortgeschrittene und Profi-Golfer geeignet. Entsprechend ist das Zählspiel der Standard bei internationalen Profi-Turnieren wie den Majors.

Vorteile:

Das Zählspiel ist die anspruchsvollste Form des Golfspiels – es ist damit ideal für Leistungsspieler, die sich messen und vergleichen wollen. Es spiegelt den tatsächlichen Score wieder und treibt damit zu besseren Leistungen an z.B. indem man sich das Ziel setzt, einen bestimmten Score zu „unterspielen“.

TURNIERART 2: Stableford

Was ist das?

Die Stableford-Zählweise wurde von dem britischen Arzt Dr. Frank Stableford entwickelt und 1932 erstmals im Wallasey Golf Club in England angewendet. Ziel war es, den Frust durch hohe Schlagzahlen bei einzelnen Löchern zu reduzieren und das Spiel so angenehmer zu gestalten. Statt jeden Schlag zu zählen, bewertet man nach Stableford die Leistung pro Loch mit Punkten. Das Geniale dabei: In dem Zählsystem wird jedem Spieler an jedem Loch sein persönliches Par zugewiesen, entsprechend seiner Spielvorgabe. Ein Spieler mit Spielvorgabe 18,0 bekommt für jedes Loch zum Beispiel „einen Schlag vor“ – für ihn zählt damit ein Bogey wie ein Par!

Nach der Stableford-Punktewertung erhalten Spielende folgende Punkte:

  • Double-Bogey: zwei über Par oder schlechter = 0 Punkte
  • Bogey: eins über Par = 1 Punkt
  • Par = 2 Punkte
  • Birdie: eins unter Par = 3 Punkte
  • Eagle: zwei unter Par = 4 Punkte
  • Albatross: drei unter Par = 5 Punkte

Geeignet für:

Turniere mit Stableford-Zählung eignen sich für Golfspielende jedes Niveaus, doch besonders für Amateurturniere. Die Punktewertung ist motivierend für Anfänger und Hobbyspieler, da ihr Handicap berücksichtigt wird und schlechte Löcher auch einfach gestrichen werden können.

Vorteile:

Spielrunden und Turniere mit Stableford-Zählung ermutigen zu einem risikoreichen und offensiven Spiel, ohne dass ein einzelner Ausrutscher die ganze Runde ruiniert. Das individuelle Handicap wird berücksichtigt, wodurch Spieler aller Leistungsniveaus vergleichbare Chancen haben – dies kann den Leistungsdruck etwas mindern.

TURNIERART 3: Matchplay

Was ist das?

Zwei Spieler oder Teams treten Loch für Loch direkt gegeneinander an. Das bedeutet: Nicht die Gesamtzahl aller Schläge auf der Runde zählt, sondern das direkte Duell um jedes einzelne Loch. Wer ein Loch mit weniger Schlägen gewinnt, erhält einen Punkt. Sieger ist, wer insgesamt die meisten Löcher gewonnen hat.

Geeignet für:

Alle Spielstärken – besonders spannend für vergleichsorientierte Spielerinnen und Spieler, die das direkte Duell lieben.

Vorteile:

Ein verlorenes Loch kann direkt am nächsten Loch wieder ausgeglichen werden – das sorgt für mehr Spannung und Spielfreude bis zum letzten Putt. Diese Spielform ist auch perfekt, um mal kreative Strategien auszuprobieren und die mentale Stärke im Wettbewerb zu trainieren.

TURNIERART 4: Bestball-Vierer

Was ist das?

Der Bestball-Vierer gilt als eine sehr beliebte Spielform, weil hier im Team gespielt wird. Es treten insgesamt vier Spieler in zwei Teams gegeneinander an. Jeder spielt dabei abwechselnd seinen eigenen Ball. Das beste Ergebnis pro Loch und Team wird gezählt, sodass schwächere Leistungen nicht so sehr ins Gewicht fallen. Gespielt wird meist im Matchplay-Format.

Geeignet für:

Spieler, die Spaß am Teamspiel haben, aber ihr eigenes Spiel beibehalten wollen, sowie Anfänger, die den „Support“ durch einen Mitspieler schätzen. Die Variante Bestball-Vierer wird auch häufig bei Damen- oder Herrengolf-Events gespielt, um den Team- und Wettbewerbscharakter zu stärken.

Vorteile:

Die Variante Bestball ermöglicht ein druckfreies Spiel, da der Team-Partner das Ergebnis ausgleichen kann. Dies erhöht für viele die Gelassenheit und Spielfreude im Gegensatz zu einem Einzelturnier.

TURNIERART 5: Klassischer Vierer (Foursome)

Was ist das?

Im „klassischen Vierer“ treten zwei Zweier-Teams gegeneinander an. Dabei spielen die zwei Spieler abwechselnd denselben Ball (also ein Ball pro Team). Eine Herausforderung liegt dabei oft darin, dass die Spielenden von Stellen auf dem Platz spielen müssen, die für sie eher ungewohnt sind. Die übliche Punktewertung ist das Zählspiel oder Stableford, wobei ein Team eine Scorekarte führt.

Geeignet für:

Erfahrene Spieler mit eingespielter Teamdynamik sowie Paare, Freunde oder Mixed-Teams. Doch auch Golf-Einsteiger, die lieber nicht „allein“ antreten wollen, kommen hier auf ihre Kosten.

Vorteile:

Diese Spielform stärkt das Vertrauen und die Kommunikation im Team. Weil pro Zweier-Team nur ein Ball gespielt wird, gilt der Foursome außerdem als besonders schnelle Spielvariante.

TURNIERART 6: Scramble (Texas Scramble)

Was ist das?

Scramble ist eine sehr beliebte Teamspiel-Variante im Golf, bei der alle Spieler eines Flights abschlagen – dann wird der beste Ball ausgewählt. Von dieser Stelle legen alle Spieler ihre Bälle innerhalb einer Schlägerlänge entfernt ab (natürlich nicht näher zum Ziel) und spielen von dort aus weiter, bis alle eingelocht haben. Das Team erzielt gemeinsam einen Score. Die Punktewertung erfolgt nach Zählspiel (also Zählung aller Schläge).

Geeignet für:

Alle Spielstärken und besonders perfekt für Fun-Turniere, Firmenevents oder Mixed-Veranstaltungen (Turniere mit Spielern unterschiedlicher Niveaus). Wegen des geringeren Leistungsdrucks, da man nicht „gegeneinander“ spielt, ist der Scramble auch wunderbar geeignet, um neue Bekanntschaften zu machen.

Vorteile:

Der Scramble fördert den Teamgeist, ist taktisch spannend und ideal für entspannte Runden mit Spaßfaktor. Die Variante ermöglicht ein druckfreies Spiel und ist dadurch besonders angenehm für Anfänger. Doch auch Fortgeschrittene können das gemeinsame „Teamwork“ genießen und den Wettbewerbsgedanken mal hintenanstellen.

Mehr zum Thema Scramble Turniere im Artikel “ How to Scramble

TURNIERART 7: Eclectic (Best of-Runde)

Was ist das?

Ein Eclectic-Turnier ist ein Golfspiel über mehrere Runden und Tage (bzw. Wochen) hinweg, bei dem aus allen gespielten Runden pro Loch jeweils nur das beste Ergebnis gewertet wird. Im Verlauf des Turniers entsteht so der individuell beste Score über alle Löcher hinweg – also quasi eine „Traumrunde“ der besten Einzelleistungen.

Geeignet für:

Spieler jeder Klasse und besonders solche, die gerne an mehreren Tagen auf dem Platz stehen und ihre Leistung kontinuierlich verbessern möchten. Weil „schlechtere Ergebnisse“ quasi unter den Tisch fallen und nicht so hart abgestraft werden, ist die Eclectic-Form auch gut geeignet für Spieler, die weniger Leistungsdruck möchten sowie für Senioren-Runden.

Vorteile:

Die Spielform Eclectic fördert besonders die Motivation, da sich die Spieler über Tage/Wochen hinweg verbessern können. Die Variante ist auch ideal zum Trainieren der Spielstrategie, weil die Löcher mehrmals gespielt werden und so verschiedene Strategien ausprobiert werden können.

TURNIERART 8: Kurzplatz-Turnier

Was ist das?

Kurzplatz-Turniere finden – wie der Name verrät – auf Kurzplätzen statt. Die Bahnen sind also deutlich kürzer als auf dem Großplatz (meistens zwischen 40 und 100 bis 150 Metern). Bewertet wird in der Regel nach Zählspiel oder Stableford. Oft werden im Kurzplatz-Turnier nur neun Löcher (anstatt 18) gespielt.

Geeignet für:

Kurzplatz-Turniere sind weniger „einschüchternd“ und eignen sich damit perfekt für Golfneulinge, Jugendliche, Senioren oder alle, die ein schnelles und entspanntes Turnier erleben möchten. Sie sind ideal zum Erproben des kurzen Spiels. Außerdem sind sie aufgrund ihrer kurzen Dauer gut geeignet als Feierabend-/After-Work-Turniere.

Vorteile:

Die Vorteile liegen im niedrigen Zeitaufwand, der geringeren körperlichen Anstrengung, einer besseren Übersichtlichkeit des Platzes sowie natürlich den kürzeren erforderlichen Weiten. So können auch Golf-Einsteiger zu einer Turnierteilnahme motiviert werden. Doch Kurzplatz-Turniere sind auch interessant für Spieler, die mit Nervosität oder Aufregung kämpfen, weil hier der „Leistungsdruck“ niedriger ist.

TURNIERART 9: Tiger and Rabbit-Turnier

Was ist das?

Bei Tiger and Rabbit-Turnieren bestehen die Flights im Turnier aus einem erfahrenen Spieler (dem „Tiger“) und weniger erfahrenen Spielern bzw. Golf-Neueinsteigern („Rabbits“). Gemeinsam spielen sie als Team gegen andere Flights. Das Spielformat kann variieren, so kann zum Beispiel nach Zählspiel, Bestball oder Scramble gespielt werden.

Geeignet für:

Tiger and Rabbit-Turniere sind zugeschnitten auf Golf-Anfänger, die erste „Turnierluft“ schnuppern und von Spielern mit höherem Handicap lernen möchten. Die Variante ist auch gut geeignet für die Jugendförderung oder die Integration neuer Clubmitglieder. Das erklärte Ziel ist es, die Rabbits spielerisch zu fördern, Berührungsängste abzubauen und sie in das Clubleben „reinzuholen“.

Vorteile:

Das unterstützende Format eignet sich, um Hemmschwellen abzubauen. Die Rabbits profitieren von Wissen und Spielniveau der Tigers, ohne selbst unter zu großem Druck zu stehen. Sie können praxisnah ihre Kenntnisse um Regeln und Etikette vertiefen und dürfen auch mal eine Regelfrage stellen. Gerade für Golfeinsteiger ist es angenehm, von einem Tiger taktisch und mental unterstützt zu werden. Gleichzeitig bringen die Turniere den Tigers interessante neue Perspektiven in ihrer Rolle als „Mentoren“.

Mehr zum Thema Tiger & Rabbit Turniere im Artikel “ Das perfekte Turnierformat für Einsteiger

TURNIERART 10: Charity-Turnier

Was ist das?

Bei Charity-Turnieren werden die Einnahmen, die durch Teilnahmegebühren und/oder Spenden entstehen, für einen guten Zweck gespendet. So können die Startgelder sozialen Projekten, gemeinnützigen Organisationen oder Hilfsaktionen zugutekommen. Die Spielsysteme sind vielfältig und reichen vom Zählspiel über Scramble bis hin zu Fun-Formaten. Denn im Vordergrund steht nicht der sportliche Wettkampf, sondern das gemeinsame Engagement.

Geeignet für:

Alle Spielstärken und besonders für Golfbegeisterte, die sich sozial engagieren wollen – oder eine „selbstlose“ Motivationsspritze brauchen. Auch zum Kennenlernen anderer Clubmitglieder ist dieses Format besonders zu empfehlen, weil oft Rahmenprogramme dazugehören.

Vorteile:

Soziales Engagement trifft auf Spielfreude: Das gemeinsame Golfspielen für eine gute Sache kann enorm motivierend wirken und fördert den Gemeinschaftsgeist. Weitere Vorteile sind das lockere Ambiente und interessante Rahmenprogramme wie Tombolas oder Abendveranstaltungen. Diese Turnierform verbindet damit ein aktives Clubleben mit Networking-Möglichkeiten und dem guten Gefühl, etwas bewegt zu haben!

Recap: Warum du (öfter) an Golfturnieren teilnehmen solltest

Golfturniere sind so vielfältig wie der Sport selbst und die Menschen, die ihn ausüben – es ist also für jeden und jede etwas dabei, und es lohnt sich, über den eigenen Schatten zu springen. Turniere bieten jedem Golfspielenden wertvolle Chancen, ihr Hobby von einer neuen Seite kennenzulernen. Hier sind die besten Gründe für deine nächste Turnierteilnahme im Überblick:

  • Du lernst neue Mitspieler kennen – denn Networking und Golf gehören zusammen.
  • Du wirst Teil des Clublebens – Turniere stärken das Wir-Gefühl.
  • Du bleibst motiviert – ein Turnierziel ist der beste Trainingsanreiz.
  • Du vertiefst dein Wissen um Regeln und Etikette – vor allem mit erfahrenen Spielern.
  • Du verlässt deine Komfortzone – das fördert Wachstum, mental wie spielerisch.
  • Du misst dich mit anderen – fair, sportlich, auf deinem Level.
  • Du erlebst Abwechslung – neue Spielformen bringen frischen Schwung.
  • Du sammelst Erfahrungen – jedes Turnier ist ein Schritt nach vorn.

Golfturniere sind also weit mehr als nur Wettkampf – sie sind Erlebnis, Herausforderung und Spielfreude in einem. Ob Stableford für Einsteiger, Matchplay für Strategen oder ein Scramble für Teamplayer: Wer sich traut, neue Formate zu spielen, wird mit spannenden Begegnungen, persönlichen Erfolgen und mehr Freude am Spiel belohnt. Also: Raus aus der Komfortzone, rein ins Turnierleben!

Autorin: Sabine Biskup, Freie Redakteurin

www.sabinebiskup.de

Ähnliche Beiträge