Mit den ersten warmen Tagen wächst bei vielen Golfern die Vorfreude auf die neue Saison. Nach der Winterpause zieht es viele schnell zurück auf den Platz, doch ein bewusster Einstieg zahlt sich aus. Körper, Material und Spielgefühl brauchen Zeit, um wieder auf gewohntem Niveau zu funktionieren. Wer strukturiert startet, spielt konstanter und mit mehr Vertrauen.
Golfpro Cheol-Soon Choe zeigt, wie dieser Weg zurück ins Spielgefühl gelingen kann – mit klaren Strukturen, einfachen Übungen und einem bewussten Fokus auf die Grundlagen.
Material-Check: Kleine Details, große Wirkung
Bevor die ersten Bälle geschlagen werden, lohnt sich ein prüfender Blick auf das Equipment. Besonders die Griffe werden oft unterschätzt: Sind sie abgenutzt oder glatt, wird der Schläger unbewusst fester gehalten. Die Folge sind unnötige Spannungen in Händen und Unterarmen, der Rhythmus leidet, der Schwung wird unruhig.
Ein rechtzeitiger Griffwechsel bringt sofort mehr Kontrolle und Gefühl zurück. Ebenso wichtig: saubere Schlägerköpfe. Verschmutzte Rillen beeinträchtigen Spin und Ballkontakt. Eine kurze Reinigung genügt, um wieder optimale Bedingungen zu schaffen.
Kurzspiel: Der Schlüssel zum Score
Zu Saisonbeginn liegt der Fokus häufig auf langen Schlägen, das Kurzspiel gerät dabei schnell in den Hintergrund. Dabei entscheidet gerade das Spiel rund ums Grün über gute Ergebnisse.
Eine bewährte Putting-Übung:
- Platziere acht Tees im Kreis um das Loch (ca. 80 cm bis 1 Meter Abstand).
- Putte reihum und zähle, wie viele Putts in Folge gelocht werden.
Diese Übung stärkt vor allem die Sicherheit bei kurzen Putts.
Für die Distanzkontrolle:
- Arbeite mit drei Entfernungen (1, 2 und 3 Meter).
- Nur wenn alle Putts gelingen, geht es zur nächsten Distanz.
- Bei einem Fehlschlag beginnst du wieder von vorne.
Variation bringt zusätzliche Qualität: Spiele Putts mit unterschiedlichen Breaks, von rechts nach links und umgekehrt.
Auch beim Chippen lässt sich gezielt trainieren:
- Nutze die Tee-Anordnung als Zielzone.
- Spiele zehn Bälle und zähle die Treffer.
Regelmäßiges Wiederholen macht Fortschritte messbar und sichtbar.

Warm-up: Aktiv statt steif starten
Nach der Winterpause fühlt sich der Körper oft weniger beweglich an. Ein kurzes, gezieltes Warm-up reduziert das Verletzungsrisiko und verbessert die Schwungkontrolle.
Empfehlenswert sind:
- Mobilisationsübungen für Schultern und Hüfte
- Aktivierung der Rumpfmuskulatur
- lockere Halbschwünge zum Einstieg
Bereits wenige Minuten reichen aus, um Beweglichkeit und Timing deutlich zu verbessern.



Driving Range: Training mit System
Statt wahllos Bälle zu schlagen, lohnt sich ein strukturierter Ansatz. Wer Spielsituationen simuliert, trainiert nicht nur Technik, sondern auch mentale Abläufe.
So funktioniert es:
- Stelle dir eine konkrete Bahn vor
- Wähle ein Ziel als „Fairway“
- Spiele den Abschlag mit vollständiger Pre-Shot-Routine
Danach:
- Einschätzen der Schlagweite
- Entscheidung für den nächsten Schlag (Eisen, Lay-up etc.)
- Simulation von Annäherung und Kurzspiel
Wichtig ist, für jeden Schlag ein klares Ziel zu definieren und typische Hindernisse wie Bunker oder Rough mitzudenken. So wird aus einer Range-Einheit schnell eine komplette, realistische Spielsequenz – inklusive Entscheidungsfindung und Konzentration.
Fazit: Vorbereitung schlägt Perfektion
Ein gelungener Start in die Golfsaison beginnt nicht mit dem perfekten Schlag, sondern mit einem klaren Plan. Wer Material, Kurzspiel, körperliche Vorbereitung und Training strukturiert angeht, findet schneller zurück ins Spielgefühl und startet entspannter in die neue Saison.


